Camino del Norte (Tag 29)

 

Abadín o Provecende → Vilalba


 → 19,4 Kilometer
↑ 116 Meter

Montag, der 20.07.2009

 

grüner Weg
grüner Weg

Dank meiner Ohropax, verbringe ich trotz eines sehr imposanten Schnarchers eine einigermaßen erholsame Nacht. Dies scheint aber nicht für den Rest unserer Gruppe zu gelten. Und so kommt es, dass fast alle bereits die Herberge verlassen haben, als ich aufstehe. Nur Simona und Mario sind noch da. Mit Ersterer stehe ich dann kurz vor 8 vor der Herberge, die man bis 8 verlassen haben muss. Simona hat sich zum Glück heute mal wieder für einen kommunikativen Tag entschieden.
Wir steuern gemeinsam die Bar von gestern Abend an (→ SV), um dort zu frühstücken. Als wir diese betreten, sitzen da noch Daniel und Hannah. Wir sitzen noch eine Zeit lang zu viert am Tresen, bis auch Mario auftaucht. Der will aber nicht frühstücken, und so ziehen Daniel und Hannah mit ihm los. Die drei wollen, ganz im Gegensatz zu mir, möglichst zur großen Fiesta in Santiago ankommen. Von daher ist deren heutiges Etappenziel mit einer Entfernung von 40 km deutlich hinter dem meinen. Simona ist sich noch nicht ganz sicher wie weit sie heute laufen will.
Wenn Simona nicht ihren Schweigetag hat, gibt es eigentlich so gut wie keine Gesprächspausen. Wir kehren unterwegs noch mal ein, wo es dann mein obligatorisches Caminopaket gibt, und ehe wir uns versehen, sind wir an (zumindest meinem) Ziel (→ SV). Es handelt sich um einen selten hässlichen, kubischen, schwarzen Bau. Simona überlegt nicht lange und bleibt ebenfalls hier.
In dieser Herberge wird ausnahmsweise nach Männlein und Weiblein getrennt. Simona weist mich aber darauf hin, dass dies offenbar nicht wirklich ernsthaft beachtet wird. Und so niste ich mich ebenfalls bei den Frauen im Etagenbett über Simona ein – allein schon, um der Geräuschkulisse eines reinen Männersaales zu entgehen.
Die Duschen sind nicht wirklich gemütlich und leider nur beinahe warm. Bei den Frauen scheint es etwas besser zu sein. Zumindest braucht Simona um einiges länger.
Als sie fertig ist, ziehen wir beide weiter ins Zentrum von Vilalba. Die Stadt scheint sich im Wettkampf mit der Herberge zu befinden. Erklärtes Ziel: Die höchstmögliche Unattraktivität…
Dies ist bis ins feinste Detail zu beobachten: Der Kaffee, der uns in einer Bar serviert wird, befindet sich fast zu gleichen Teilen in wie neben der Tasse. Wir suchen noch ein Internetcafé, sowie einen chinesischen Ramsch-Laden auf und kehren dann später in einem nahe der Herberge gelegenen Restaurant ein.
Auf dem Weg dahin stoßen wir auf einen offenbar nicht mehr ganz nüchternen, älteren Mann, der ebenfalls von sich behauptet Pilger zu sein. Was uns aber aufgrund seines kleinen Rucksackes und den Schuhen schwer fällt zu glauben.
Er erweist sich als ziemlich anhänglich, folgt uns aber zum Glück nicht bis ins Restaurant. Dafür gesellt sich ein anderer junger Pilger zu uns an den Tisch, als wir fast fertig sind. Wir können ihm leider nur sagen, dass das Essen nicht wirklich günstig aber dafür auch nicht gut sei. Und der Wein ist auch nur aufgrund seines Alkoholgehaltes genießbar.
Später am Abend sitzen wir noch draußen vor der Herberge. Unter Anderen tauchen hier auch Sara und Tomasz auf, sowie zwei Spanier, die heute 46 km hinter sich haben.

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