Camino del Norte (Tag 32)

 

Miraz → Sobrado


 → 25,1 Kilometer
↑ 264 Meter

Donnerstag, der 23.07.2009

 

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Dafür, dass ich auf einem Küchenboden übernachtet habe, habe ich ziemlich gut geschlafen, das hatte ich auch schon anders erlebt!
Simona und ich machen uns langsam fertig und brechen auf. Sara ist bereits unterwegs.
Es scheint doch tatsächlich die Sonne, und wir ziehen anfangs durch eine etwas surreale Heide/Felslandschaft, in der sich durch den Regen überall kleine Seen gebildet haben.
Simona hat sich heute mal wieder fürs Schweigen entschieden. Das bedeutet zwar nicht, dass ich nicht mit ihr reden darf, aber da es doch etwas Einseitiges und fast Bedrückendes hat, setze ich mich langsam nach vorn ab.
Nach einigen Kilometern sehe ich auf einmal in einigem Abstand vor mir jemanden mit seinem kleinen Hund laufen… Ich hole Sara sehr schnell ein, und wir machen eine Pause in einem Buswartehäuschen. Zwischendurch kreuzt Tomasz auf, der ebenfalls weiterhin in „Silence“ ist. Er grüßt uns kurz und läuft direkt weiter. Irgendwann trifft dann auch Simona ein, und wir setzen den Weg zu dritt fort.
Einkehrmöglichkeiten sind auf dieser Strecke sehr lange Mangelware. Erst wenige Kilometer vor unserem Ziel, kommen wir in einem Ort, der über eine Bar verfügt. Wir kehren ein und lassen uns an einem der komplett leeren Tische nieder. Leider teilt uns die Wirtin mit, dass sie einen Stromausfall haben und keinen Kaffee machen können. Da ich meine, im weiteren Verlauf dieser Straße noch eine Bar gesehen zu haben, schlage ich den Mädels vor, es dort noch mal zu versuchen. Ich habe mich nicht getäuscht, und hier herrscht offenbar auch kein Stromausfall. Vor einem laufenden Fernseher tummeln sich drei kleine Jungs, und wir bekommen endlich unseren Kaffee.
Der weitere Weg verläuft ausschließlich an der Landstraße entlang. Simona läuft ein wenig voraus, während Sara und ich viel herumalbern. Unter anderem versuche ich ihr den auf dem letzten Camino aus Zynismus entstandenen Runing-Gag-Satz „Freu‘ Dich, Du bist in Spanien“ beizubringen. Gar kein so leichtes Unterfangen!
Außerdem hören wir gemeinsam bis zu unserer Ankunft in Sobrado Musik von meinem MP3-Player.

Kloster von Sobrado
Kloster von Sobrado

Unsere heutige Unterkunft ist bereits von weitem zu sehen (→ SV). Es handelt sich um ein ziemlich imposantes Kloster.
Der Pater, der uns einlässt, geleitet uns über einen Kreuzgang hin zu dem Schlafraum, der sich über zwei Ebenen verteilt und mit seinen Massiven Holz-Etagenbetten einen ganz guten Eindruck macht.
Simona und ich entern zwei nebeneinander liegende Betten. Sara muss sich leider mit ihrem Zelt im Garten unter einem Torbogen niederlassen, da in der Herberge keine Hunde erlaubt sind. Während dessen ziehen Simona und ich noch mal durch den ganz netten Ort und decken uns ein wenig im nahegelegenen Supermarkt ein. Danach sitzen vor den Toren des Klosters auf einer Bank und nehmen ein paar von den frisch erworbenen Sachen zu uns. Währenddessen taucht Ray, ein New Yorker, mit seiner spanischen Freundin Melissa auf.
Den Rest des Nachmittages verbringen wir alle auf der Wiese hinter dem Kloster. Zum Abendessen mache ich mir zusammen mit Simona lediglich eine Suppe bevor wir uns bettfertig machen. Um Punkt 22:00 Uhr wird hier in den Schlafsälen das Licht abgeschaltet.

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