Epilog

 

Meine größte Sorge vorm Antritt dieser Reise war die Gefahr, an einer überdimensionalen Völkerwanderung teilzunehmen. Und tatsächlich waren zeitgleich mit mir über 12.000 Pilger auf dem Camino Frances unterwegs. Ein neuer Rekord. Kerkeling sei Dank musste Spanien am 1. Mai Taxis auf Staatskosten organisieren, um nicht untergebrachte Pilger zu noch freien Unterkünften zu bringen…

Trotzdem waren es rückwirkend betrachtet weder das Ziel noch der Weg im wörtlichen Sinne, was diesen oder einen anderen Camino ausmacht. Es sind in erster Linie immer wieder die Menschen, denen man unterwegs begegnet. Selten hat man die Gelegenheit, Fremde, die nun wirklich aus allen Ländern dieser Welt kommen, auf einer so persönlichen Ebene kennenzulernen. Wer beim Smalltalk umgehend einen Fluchtreflex verspürt, kann sich hier weitestgehend entspannen.
Aber natürlich ist es auch die Landschaft und die Freiheit, sich in dieser aus eigener Kraft fortzubewegen, ohne von irgendetwas abhängig zu sein – so man sich nicht von einem möglichen Bettenmangel treiben lässt.

Und eben diese Argumente sind es, die jede der hier im Bericht genannten Personen den Wunsch verspüren lässt, sich eines Tages mal wieder auf den Weg zu machen.
 
Buen Camino!

 

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