Camino via Tolosana (Tag 07)

 

St.-Jean-de-la-Blaquière → Lunas


 → 33 Kilometer
↑ 439 Meter

Donnerstag, der 10.07.2014

 

Wein & Berge
Wein & Berge

Die ersten 10 km sind wir noch alle mehr oder weniger zusammen gelaufen. Erst, als die 6 sich eine Art Museum ansehen wollten, trennte ich mich von der Gruppe. Sie versuchten mich zwar zu überzeugen mitzukommen, aber da mein Weg heute noch etwas länger werden sollte, verabschiedete ich mich.
Das Wetter war inzwischen extrem ungemütlich geworden!
Der bereits gestern schon ziemlich starke Wind steigerte sich immer öfter in wirklich heftige Böen!
Was dafür deutlich nachließ, waren die Temperaturen.
Hamburger Spätherbst im Juli in Südfrankreich!
Wahrscheinlich war das Wetter auch der Grund dafür, dass der nächste größere Ort, Lodève, den ich passierte, ziemlich trostlos wirkte.
Von daher trank ich dort nur einen Kaffee und zog direkt weiter.

Lunas
Lunas

In meinem Wanderführer steht, dass die Landstraße, der ich ab da folgte, nur wenig befahren sei. Dem kann ich zustimmen – so man es denn mit der Situation im Elbtunnel am Freitagnachmittag vergleicht…
Zu allem Überfluss gab es nicht mal einen Seitenstreifen!
Was mir aber noch viel mehr zu schaffen machte, das war der Wind, der lautstark durch die Alleebäume fauchte!
Und als plötzlich, nur wenige Meter vor mir, ein wirklich stattlicher Ast krachend auf die Straße fiel, überlege ich das erste Mal auf einem Camino, meinen Daumen rauszustrecken…
Das habe ich noch nicht richtig zu Ende gedacht, da hält eine junge Französin mit ihrem Auto neben mir und fragt, ob sie mich irgendwo mit hinnehmen könne. Ich zögerte keine Sekunde!
Und so traf ich nur 10, 15 Minuten später an meinem heutigen Zielort ein.
Lunas.
Das ist der Ort, der seit gut einem halben Jahr den Hintergrund meiner Countdown-App zierte, weil er für mich so typisch für Südfrankreich war. Aber bei diesem Wetter sah selbst der ziemlich trostlos aus.
Leider gibt es hier nicht einmal theoretisch eine Pilgerunterkunft.
Weil ich diesen Ort aber unbedingt noch mal mit Sonne erleben möchte (und die soll es morgen wieder geben), checkte ich wieder mal in ein Hotel ein.
Mit 47 € für die Nacht ist es auch etwas günstiger als das letzte. (? SV)

Lunas
Lunas

Noch während ich mit meinem Camino-Blues auf dem Bett lag und dieses Zeilen schrieb, bemerkte ich im Augenwinkel, wie es draußen heller zu werden schien!
Und nur wenige Minuten später entstanden zahlreiche Bilder!
Ich hatte gerade alles im Kasten, da zog es sich auch schon wieder zu. Das waren gerade mal 20 Minuten Sonne, für die ich aber sehr dankbar war!

Abendessen gab’s heute mal wieder auswärts: als einziger Gast im einzigen (geöffneten) Restaurant!
Der Besitzer musste sogar extra für mich das Licht im eigentlich ziemlich großen Essraum an machen.
Bin ich vielleicht in irgendein Zeitloch geraten, und es ist wirklich schon Herbst?
Dann sollte ich mich aber mal um meinen Rückflug kümmern…!

Wieder im Hotel machte ich etwas, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich das auf einem Camino mal tun würde – schon gar nicht im Sommer in Südfrankreich!
Ich nahm ein heißes Bad!
Wahrscheinlich werde ich demnächst wieder die Hitze verfluchen… Hoffentlich!

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