Camino del Norte (Tag 31)

 

Baamonde → Miraz


 → 14,9 Kilometer
↑ 90 Meter

Mittwoch, der 22.07.2009

 

keine 100 km mehr
keine 100 km mehr

Irgendwie ist meinem MP3-Stick der kleine Partyeinsatz gestern Abend nicht gut bekommen. Jedenfalls ist er nicht mehr in der Lage aufzunehmen. Zum Glück besitzt auch meine Fotokamera die Möglichkeit Tonaufzeichnungen zu machen, und somit fungiert diese von nun an auch als Tagebuch. Eine Maßnahme, die eh anstand, da der Stick nur noch 20 Minuten Kapazität hatte und es weiterhin keine Möglichkeit gab, die Daten, wie im letzten Jahr, mal zwischendurch auszulagern.
Ich bin wieder mit Simona und auch Sara unterwegs. Tomasz will heute mal für sich laufen. Wir waren zunächst in eine Bar eingekehrt, die sich direkt neben unserer Herberge befindet und haben da gefrühstückt. Der Wetterbericht auf dem Flachbildschirm überraschte uns mit seiner weiterhin schlechten Prognose nicht wirklich. Immerhin sind wir seit gestern Nachmittag bereits mit mal mehr mal etwas weniger starkem Regen konfrontiert. Jetzt ist er gerade mal wieder etwas stärker, und wir haben unsere Schuhe in blaue Plastiktüten aus dem Supermarkt gehüllt.
Und so stapfen wir im Gänsemarsch zunächst an der Fernstraße entlang. Immer wieder kommt zum Regen noch eine satte Gischtwolke der vorbeirauschenden Fahrzeuge. Libero, Saras Hund, sieht nicht nur aus wie ein begossener Pudel. Kurz nachdem wir die Straße endlich verlassen haben, überqueren wir einen Fluss und stoßen auf einen Monolithen mit der Kilometerangabe 99,712. Einen 100-km-Stein gibt es hier offenbar nicht.

vom Wetter gezeichnete Gräser
vom Wetter gezeichnete Gräser

Der heutige Weg ist unspektakulär – wenn man mal von den inzwischen komplett aufgeweichten Wegen absieht. Es hört den ganzen Tag nicht mehr auf zu regnen. Wir machen zwischendurch noch mal Rast in einem Unterstand, wo auch Tomasz kurz zu uns stößt, aber auch gleich weiter zieht.
Kurz vor unserem Ziel kehren Simona und ich noch mal in einer sehr unscheinbaren Bar ein, die als solche kaum zu erkennen ist, um uns mittels Kaffee noch etwas aufzuwärmen. Sara zieht derweil schon mal weiter.
Kurze Zeit später treffen auch wir dann in dem kleinen Dorf mit seiner noch viel kleineren Herberge ein (→ SV). Dass die gerade mal 14 Betten voll sind, überrascht uns natürlich nicht wirklich. Obwohl eines dann doch noch frei ist. Dieses überlasse ich aber einer mir unbekannten Frau, und ich ziehe mit Simona auf einer Matratze in der Küche ein. Das Etablissement wird betreut von einer älteren Französin und einem jungen Deutschen, der hier heute seinen letzten Tag hat.
Damit wir bis morgen unsere Schuhe trocken bekommen, hat Simona uns aus der Dorfbar einige Zeitungen mitgebracht. In diesen sind überall Bilder von überfluteten Straßen zu sehen. Irgendwie kommt mir das alles sehr vertraut vor.
Als sich das Wetter wieder beruhigt hat, sitzen wir noch draußen vor der Herberge. Der deutsche Herbergsvater, Thomas, spielt zwischendurch etwas auf seiner Gitarre.

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(über die Sitemap lassen sich die Tage gezielt aufrufen)

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