Camino del Norte (Tag 40)

 

Santiago de Compostela → Hamburg


 → ca. 1.700 Kilometer
↑ ca. 10.000 Meter

Freitag, der 31.07.2009

 

Heimflug
Heimflug

Es ist so um die 3:00 Uhr, da werde ich wach, weil einige Frauen in meiner Nähe leise miteinander reden. Die Art, wie sie dies tun, hat irgendwie etwas Unheimliches. Sie murmeln fast wie bei einem Ritual. Als ich gegen 7:00 wieder wach werde, liegen alle in ihren Betten und schlafen.
Ich suche die Dusche auf. Diese wechselt in völlig unberechenbaren Zyklen zwischen kühl und kochend heiß, und bringt mich damit sehr schnell auf Betriebstemperatur. Abtrocknen muss ich mich mit Toilettenpapier, da mein Microfaserhandtuch sich auch dieses Jahr wieder in seine Bestandteile zerlegt hat. Ich wollte dem Hersteller, von dem ich eigentlich ein großer Fan bin, halt noch eine zweite Chance geben.
Danach packe ich meine Sachen und mache mich auf den direkten Weg zur Bushaltestelle. Um 10:00 Uhr treffe ich am Flughafen ein. Die Schlange vor meinem Schalter ist so lang, dass ich es selbst einem A380 nicht zutrauen würde, all diese Menschen aufnehmen zu können. Aber was noch viel unangenehmer ist: Es tut sich absolut nichts, und schon bald ist Bordingtime!
Da ich es nicht sinnvoll finde, mich an das Ende einer Schlange zu stellen, bei dem sich nichts verändert, setze ich mich in dessen Nähe auf eine Bank und warte – und warte – und warte.
Erstaunlicherweise betreten wir unsere Maschine dann doch noch rechtzeitig. So wie es aussieht, hätten wir uns noch viel mehr Zeit lassen können, denn der Kapitän verkündet uns, dass es Probleme mit der Klimaanlage gäbe, und wir uns wohl noch mindesten 1 ½ Stunden gedulden müssen. Soviel zum Anschlussflug in Madrid!
Aber dann geht es plötzlich doch schon nach gut 10 Minuten los.
Wie sich in Madrid herausstellt, wären auch diese 1,5 Stunden fast kein Problem gewesen, denn mein Anschlussflieger startet nicht nur verspätet, er ist einfach nicht da. Erst nach einer Stunde trifft eine Ersatzmaschine ein.
Dann geht alles ziemlich schnell. Und zwar wirklich alles! Ich wundere mich noch, dass der Start so rasant von statten geht. Aber dann klärt uns der Pilot darüber auf, dass unsere eigentliche Maschine defekt war und diese nun extra aus Hamburg gekommen ist, um uns zu holen. Dafür würde man jetzt zusehen, so schnell wie möglich wieder nach Hamburg zu kommen – allein schon deswegen, weil die Crew eigentlich vorm verlassen Hamburgs gegen 11:00 Uhr bereits Feierabend gehabt hätte…
Von mir aus kann er sich gern Zeit lassen. Ich habe es nicht eilig, nach Hause zu kommen. Vielleicht sollte mich sogar einfach nur wieder nach Bilbao bringen, damit ich diesen Camino noch mal Revue passieren lassen kann.

Epilog →

(über die Sitemap lassen sich die Tage gezielt aufrufen)

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