Camino Francés (Tag 04)

 

Larrasoaña → Pamplona


 → 15,9 Kilometer
↑ 69 Meter

Sonntag, 04.05.2008

 

Basilica de la Trinidad
Basilica de la Trinidad

Auch, wenn wir heute Nacht in den Genuss einer Pension gekommen sind, muss ich auf ein Frühstück leider verzichten. Dafür hole ich nach einiger Zeit Ralf ein, der mir abermals aus der Miesere hilft, indem er seinen Proviant (Wurst, Brot und Äpfel) mit mir auf einem Rastplatz teilt. Zum Glück ist das Ende meiner Durststrecke (im doppelten Sinne) absehbar, da die Supermarkt- und Geldautomaten-Wahrscheinlichkeit in Pamplona ja wohl bei 100 % liegen dürfte!

Nachdem man sich immer wieder mal getrennt hatte, komme ich dann recht früh, so gegen halb eins, zusammen mit Ralf in Pamplona an. Die städtische Herberge öffnet um eins. An eine Hauswand angelehnt sitzen unter Anderen zwei junge Engländerinnen: Heather und Karen. Als sie mich ansprechen, gesellte ich mich dazu und wartete mit ihnen und diversen weiteren Pilgern auf den Einlass.
Obwohl es sich bei diesem Etappenziel um eine größere Stadt handelt, ist das Bekommen eines Bettes dieses Mal so gar kein Problem.
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein historisches Bauwerk (→ SV), das aber von innen komplett saniert und letztes Jahr fertiggestellt wurde.
Diesen Eindruck macht es auch: Alles ist neu, sauber, gut durchdacht (jedes Bett hat seine eigene Steckdose!) und es gibt einen Internetzugang, den ich auch gleich mal für eine Art Startmail nutze.

Pamplona
Pamplona

Nachdem ich diese ersten drei Tage eigentlich recht zügig und ohne größere Probleme unterwegs war, machen sich meine Beine bei der anschließenden Erkundungstour durch die Stadt doch ganz schön bemerkbar! Schrittgeschwindigkeit bekommt von mir eine völlig neue Dimension…
Aber auch psychisch muss ich das Ganze hier etwas langsamer angehen. Nach über drei Tagen Natur und kleinen Dörfern ist so eine lebhafte Stadt wie Pamplona durchaus in der Lage, einen Kulturschock auszulösen. Zu allem Überfluss steht heute ganz offensichtlich auch noch ein wichtiges Fußballspiel an, und die Straßen, Gassen und Plätze gleichen einer riesigen Party, gefüllt mit lauter in rote Trikots gehüllte Menschen.
Aber eine Fiesta schließt leider eine Siesta nicht aus, und ich habe Hunger! Nach langer Suche werde ich dann doch noch fündig, und ich bekomme ein kleines Käse-Sandwich. Aus dem von mir bestellten Kaffee wird leider nicht mehr.
Auch die Wahrscheinlichkeit für ein geöffnetes Geschäft hat sich leider radikal auf 0% reduziert. Der Sonntag scheint hier durchaus seine Bedeutung zu haben. Einen Geldautomaten habe ich zum Glück bereits einen Ort vorher genutzt, denn der einzige, der mir hier auffällt, ist buchstäblich abgebrannt!
Das Pilgermenü nehme ich heute fast allein in einem Hinterraum einer Bar ein, die sich relativ weit von der Herberge entfernt befindet.
Ebenfalls allein bleibe ich auch in meinem Etagenbett, dass ich mir eigentlich mit Ralf teile, aber der taucht in dieser Nacht nicht mehr auf.

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(über die Sitemap lassen sich die Tage gezielt aufrufen)

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