Camino Francés (Tag 05)

 

Pamplona → Puente de la Reina


 → 27,2 Kilometer
↑ 321 Meter

Montag, 05.05.2008

 

Pamplona am Morgen
Pamplona am Morgen

Die Tatsache, dass man wieder einen Wochentag zu fassen hat, nützt einem bei der Suche nach geöffneten Geschäften recht wenig, wenn man bereits gegen 8:00 Uhr startet. Entsprechend groß ist die Freude über ein kleines, bereits offenes Café, das ich mit Ralf ansteuere. Dieser stand heute Morgen plötzlich mit einem breiten Grinsen vor meinem Bett. Er hatte sich über die Herbergszeiten hinaus von der Fußballpartylaune der Stadt anstecken lassen und dann bei anderen Pilgern in einer Privatunterkunft übernachtet.
Im Café trinken wir einen sehr leckeren Selbigen und machen uns noch ein paar üppige Baguettes für den Weg fertig.
Am Stadtrand von Pamplona ergibt es sich, dass Ralf vorausläuft und erst mal wieder jeder für sich unterwegs ist.
Ich genieße die hügeligegrüne Landschaft, in die durch einen sehr abwechslungsreichen Himmel immer wieder äußerst fotogene Lichtakzente gesetzt werden.
Auf dem Weg zum Alto de Perdón, auf dem sich das inzwischen schon recht bekannte Pilgerdenkmal befindet, komme ich an einer Bank vorbei, neben der ein Kreuz aufgestellt ist. In dessen Mitte hängt das Foto eines rüstig wirkenden Mannes um die 50. Stätten wie diese gibt es ziemlich viele am Wegesrand. Ich bin gerade dabei, mich hier für eine kleine Pause einzurichten, da gesellen sich eine Schweizerin und ein Kanadier zu mir. Konstanze und Daniel.

grüne Landschaft
grüne Landschaft

Nachdem wir uns eine ganze Weile unterhalten haben, breche ich vor ihnen wieder auf und treffe einige Zeit später am Pilgerdenkmal ein. Hier ist es unumgänglich, den unglaublichen Rundumblick zu genießen (→ SV).
Gerade, als ich im Begriff bin, weiterzuziehen, trifft Alexandra ein, die ich bereits in Larrasoaña kennengelernt habe. Es ergibt sich, dass wir eine ganze Weile zusammen weiter laufen.
Wir trennen uns erst wieder, als ein großes Wandbild der Santa Maria de Eunate darauf hinweist, dass man zu dieser kommt, wenn man hier vom Camino abweicht. Vor Kurzem hätte ich noch nicht geglaubt, dass ich mal freiwillig einen mehrere Kilometer langen Umweg machen würde. Ebenfalls konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich noch die Gelegenheit bekäme, diese prominente, achteckige Kirche zu Gesicht zu bekommen, da sie nämlich an einem anderen Camino liegt, dem Camino Aragonés (dieser stößt erst einige Kilometer weiter auf „meinen“ Camino Francés). Aber da ich zu diesem Zeitpunkt immer noch voller Energie stecke, das Wetter sehr schön und das endgültige Ziel nicht mehr sooo weit entfernt ist, gönne ich mir diesen kleinen Abstecher. Und er lohnt sich. Nicht nur dieser alten Stätte wegen, sondern auch, weil anscheinend kein anderer Pilger diesen Umweg in Kauf nimmt.
Dort angekommen (→ SV), lege ich eine kleine Pause ein, kassiere einen weiteren Stempel und trete den letzten Abschnitt nach Puente de la Reina an.

Puente la Reina
Puente la Reina

Die Herberge (→ SV) befindet sich gleich am Ortseingang und ist zum Teil auch ein reguläres Hotel. Entsprechend komfortabel fällt das Zimmer aus. Es befindet sich im Souterrain, hat 6 Betten, ein eigenes Bad und theoretisch sogar einen Fernseher an der Wand.
Die Waschmaschine, die ich mir hier mit einer Kalifornierin teile, sorgt zwar dafür, dass unsere Klamotten mal so richtig nass werden, aber leider, ohne das von uns extra besorgte Waschmittel mit ins Spiel zu bringen. Dies klumpt einfach in der dafür vorgesehenen Schublade vor sich hin. Aber Wasser hilft ja auch schon mal.
Später drehe ich noch eine Runde durch die kleine, alte Stadt. Dabei komme ich an Alexandra und weiteren bereits bekannten Gesichtern vorbei, die draußen vor einem Restaurant zu Abend zu essen.
Auf mich wartet heute ein Buffet, das man zusammen mit den Hotelgästen im großen Speiseraum einnimmt. Während dessen werden auf eine Leinwand ziemlich aufwändige Videos aus Orten, die sich entlang des Caminos befinden projiziert.
An meinem Nachbartisch sitzen Konstanze und Daniel, mit denen ich mich noch eine ganze Weile angeregt unterhalte, ehe ich mich dann zur Nachtruhe begebe.

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(über die Sitemap lassen sich die Tage gezielt aufrufen)

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