Camino via Podiensis (Tag 16)

 

Pasturat → Cahors


 → 16,7 Kilometer
↑ 186 Meter

Donnerstag, der 22.07.2010

 

Laroque-des-Arcs
Laroque-des-Arcs

Zusammen mit Steffi, Andreas und mir hat auch die Mutter der beiden Mädchen bei uns im Zimmer gelegen. Und das sehr zu Andreas’ Leidwesen, wie er heute morgen berichtet.
Wir sind wieder zu dritt unterwegs. Es regnet, und so laufen wir auf der kaum befahrenen Landstraße in Richtung Cahors. Andreas ist so gegen 3:00 Uhr in der letzten Nacht aufgestanden, um kurz aufs Klo zu gehen, da traf er auf die Französin, die gerade dabei war ihren Rucksack von Wanzen zu befreien. Sie ist offenbar von diesen geweckt worden und hatte sofort etwas übereifrig ihre Sachen auf dem außen gelegenen Gang ausgeschüttelt – über den dort ausgelagerten Klamotten von Andreas und Steffi. Ausgerechnet! Als ich die beiden in Conques das erste Mal erlebte, kannten sie kaum kein anderes Thema als Wanzen! Dementsprechend folgte darauf eine wohl recht umfangreiche Säuberungsaktion.
Ich hatte dies nur am Rande mitbekommen. Viel mehr Sorgen machte mir der deutlich hörbare Regen, der die ganze Nacht gegen das dünne Glas trommelte. Aber als wir dann gegen 7:00 aufstanden und das Fenster öffneten, war die Hauskatze das Einzige, dass von draußen hereinkam und sich direkt auf Steffis Bett niederließ.
Im Augenblick hat es den Anschein, als ob die kurze Trockenphase nach unserem Aufstehen die einzige Ausnahme für heute war. Der Regen wird mit der Zeit immer stärker, während wir uns weiter in Richtung Tal bewegen. Unten angekommen folgt der Weg überwiegend dem Flussufer des Lot. Leider ist sind große Abschnitte davon alles andere als befestigt. Teilweise wird unser Gleichgewichtssinn und vor allem unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt, da wir immer wieder an den Rändern von Maisfeldern entlanglaufen müssen, und diese Wege sind nicht nur völlig aufgeweicht und schmierig, sondern vor allem zur Seite hin abschüssig. Und so schlittern wir in einigem Abstand zueinander voran. Wir können nicht leugnen, dass wir trotz der mit 20 km relativ kurzen Strecke gern langsam mal ankommen würden.

Zentrum von Cahors
Zentrum von Cahors

Ein paar Flusskrümmungen müssen wir allerdings noch umrunden, und dann taucht vor uns das Zentrum Cahors auf.
Die Herberge ist schnell gefunden (→ SV). Sie ist offenbar schon etwas betagt und hat eher die Gemütlichkeit eines alten Behördengebäudes. Aber wir sind angekommen und können sogar unsere Wäsche waschen. Als Verpflegung nehmen wir nur das Frühstücksangebot an – ganz entgegen meinem Prinzip, auf diese Weißbrot/Marmeladen-Kombi zu verzichten.
Als wir alle unsere Klamotten zum Trocknen nach draußen in den Garten gehängt haben (ja, es ist tatsächlich trocken!) drehen wir eine Runde durch die Stadt. Wir trinken Kaffee bzw. Bier (0,5 l für 5,- €!) und genießen das alles doch tatsächlich im Sonnenschein! Währenddessen macht Andreas noch einige Besorgungen. Anschließend decken wir uns gemeinsam in einem Supermarkt ein. Unter anderem holt sich jeder drei 0,5 l-Dosen Bier – jeder eine andere Sorte. Und ich besorge mir ein 5er-Pack DVD-Rohlinge, da es in der Herberge einen Brenner gibt, und ich dann mal ein heiß ersehntes Backup meiner Bilder und Tagebucheinträge machen kann. Dummerweise stellt sich dann aber heraus, dass der Brenner nicht richtig installiert ist, und ich darf nun das DVD-Paket als zusätzlichen Ballast mit auf die Weiterreise nehmen.
Als es Zeit fürs Abendessen ist suchen wir, wie bereits geplant, eine sehr nette Pizzeria auf.
Die Bierdosen müssen natürlich noch vor morgen vernichtet werden, denn das Gewicht will ja keiner schleppen. Und so wird es noch ein sehr geselliger Abend bei uns auf dem Zimmer.

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