Camino via Tolosana (Tag 26) (Lescar – Oloron-Sainte-Marie / 38 km)

Nachdem ich Lescar ohne jegliche Einkäufe und ohne Kaffee verlassen hatte, passierte ich noch mal einen kleinen Ort kurz vor der absoluten Pampa.
Und dort entdeckte ich vor einem kleinen Lebensmittelladen ein paar Tische und Stühle.
Café-au-lait-Time!!!
Dieser Tag hatte eindeutig positives Potenzial…!
Zwar machten die doch sehr beeindruckenden Wolken um mich herum einen eher besorgniserregenden Eindruck, aber für den Augenblick schien erst mal überwiegend die Sonne.

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Nach dem Kaffee – oder besser: den beiden Kaffes – ging es dann direkt nach oben.
Willkommen im Pyrenäenvorland!

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Wie können zwei direkt aufeinander folgende Tage nur so unterschiedlich sein?
Vor allem Landschaftlich!
Während gestern die höchsten Erhebungen noch die Steine unter meinen Schuhen waren, ging es heute sowohl vom Weg als auch von den Aussichten her deutlich zur Sache!

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Trotzdem ließ ich Lacommande, den vom Buch als Etappenziel vorgeschlagenen Ort, hinter mir.
Zum Einen folgte er bereits nach nur 15 km. Und zum Anderen gab’s da nicht mal den obligatorischen Friseur oder die Apotheke – nicht mal in geschlossen…!
Geschweige denn einen Laden!
Noch kurz hinter meinem Kaffee hielt plötzlich eine ältere Dame mit ihrem Wagen neben mir, fragte mich, ob ich bis Lacommande laufen wolle und bot mir an, meinen Rucksack für mich dorthin mitzunehmen!
Ich lehnte dankend ab.
Den hätte ich jetzt erst mal hier aufsuchen können…

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Obwohl es sich zwischenzeitlich bedrohlich zuzog, erreichte ich Oloron-Sainte-Marie am frühen Abend trockenen Fußes.

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Die Touri-Info meldete mich wieder bei der Herberge an, und nur kurze Zeit später betrat ich mein einfaches aber modernes 2-Bett-Zimmer, dass ich noch für mich zu haben schien.
Noch…! Denn die Gite war offenbar ziemlich voll!
Keine Ahnung, wie viele Zimmer es hier gibt. Aber ich schätze mal, dass das Haus auf mindestens 20 Betten kommt.
Dadurch wurde mir erst bewusst, dass dieser Ort die Alternative zu St. Jean-Pied-de-Port sein dürfte!
Sprich: ab hier starten ebenfalls zahlreiche Pilger, die den Camino Francés laufen wollen.
Dann wird’s wohl schon ab jetzt etwas lebhafter.

Ich drehte noch mal eine Runde durch den inzwischen doch noch mit Abendlicht gefluteten Ort.

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Die Straßen waren erfüllt von einem Geruch, den ich zunächst nicht einordnen konnte. Aber dann fiel mir ein, dass dies ja die Produktionsstadt von Lindt-Schokolade ist. Außerdem wurde hier die Baskenmütze erfunden und wird hier auch bis heute produziert.

Bei meiner Rückkehr ist inzwischen auch ein junger Italiener in meinem Zimmer eingezogen, der hier morgen startet und dann bis Santiago laufen will!
Ein wenig beneide ich ihn ja.

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