Geisa → Fulda
→ 41,4 Kilometer
↑ 238 Meter
Freitag, der 05.07.2013

Gegen 8:45 Uhr verlasse ich Geisa, und zwar ungefrühstückt, was aber nicht so dramatisch ist, da ich zum einen noch ein Brötchen dabei habe und zum anderen die Dichte an Ortschaften aktuell etwas höher ist als in den letzten Tagen. Aber noch bevor ich meinen ersten Kaffee bekomme, erreiche ich die Grenze zwischen Thüringen und Hessen und damit auch die Gedenkstätte Point Alpha. Ich nehme mir die Zeit und schaue mir die Relikte sowie diverse Infotafeln der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze an.
Wieder auf westdeutschem Gebiet werde ich dann auch in Sachen Koffein fündig und kehre in Rasdorf im Café Bohne ein.
Es ist inzwischen 17 Uhr, als ich rund 20 km hinter mir habe, von denen die letzten schätzungsweise 2 km keinerlei Abzweigungen mehr hatten. Aber nun stehe ich vor einer Vollsperrung des Wanderweges aufgrund einer Baustelle ohne jede Alternative. Aber wenn die nicht in der Lage sind, so etwas rechtzeitig anzukündigen, sehe ich es auch nicht ein, deren Absperrung zu respektieren, und so setze ich meinen Weg dementsprechend und ohne Probleme fort.
Einige Kilometer vor Fulda wird es dann doch langsam Zeit, sich mal Gedanken um die Unterkunft zu machen. Eine Möglichkeit wäre mal wieder die Jugendherberge, die sich aber am hinteren Ende der Stadt befindet und zudem auch gar nicht so günstig ist. Ich stecke noch mitten in meiner Ideenfindung, da überholt mich ein etwas älteres Paar auf Fahrrädern und hält plötzlich an. Vor allem sie beginnt, mich zu meinem Weg zu interviewen, bis sie schließlich fragt, ob ich denn schon eine Unterkunft hätte. Als ich verneine, gibt sie mir zunächst einen Tipp zu einer Pension im nächsten Ort. Dann scheint sie aber noch eine Idee zu haben und meint zu ihrem Mann, dass Melanie doch auch ab und zu Leute bei sich aufnimmt. Als er nicht weiter reagiert, schlägt sie mir vor, dass die beiden noch ein Stück fahren und versuchen, ihre Tochter zu erreichen und mir bei einem positiven Ergebnis noch mal entgegenkommen.

Ich denke noch so bei mir: “Na, die wird sich ja bedanken!”, und will gerade zum vorgeschlagenen Ort abbiegen, da kommt er mir plötzlich entgegen und sagt: „Das geht in Ordnung!“ drückt mir eine Handynummer in die Hand, wartet das anstehende Gespräch gar nicht mehr ab und fährt von wieder dannen.
Ich erreiche nur die Mailbox. Aber nur kurz darauf folgt der Rückruf. Die junge Frau am anderen Ende möchte nur wissen, wann ich grob da bin, da sie noch um 21 Uhr ins Kino möchte. Wenn ich Lust habe, könne ich auch gern mitkommen. Außerdem bietet sie mir an, mir mit dem Auto entgegenzukommen. Es ist 19 Uhr, und meine Navigation sagt, dass ich so gegen 20:30 Uhr da sein müsste, sollte also passen. Um 20:25 Uhr drücke ich die Klingel an der Tür mitten im Zentrum der Altstadt. Es öffnet eine sympathische Frau Anfang 30. Sie bittet mich herein, zeigt mir kurz die Räumlichkeiten sowie die Dusche, vor deren dringender Notwendigkeit ich aufgrund des schwülen Tages bereits am Telefon schon gewarnt hatte. Dementsprechend schlägt sie vor, dass sie schon mal die Kinokarten organisiert, während ich mich frisch mache. Als sie nach gut 20 Minuten zurück ist, bin ich wieder salonfähig. Allerdings hat sie keine Kinokarten dabei, da ein anderer, ihr unbekannter Film läuft. Also setzen wir uns zunächst ins Wohnzimmer und unterhalten uns eine Weile. Dann schlägt sie vor, doch noch mal rauszugehen, zumal gerade ein Straßenfest stattfindet. Sie zeigt mir ein wenig von Fulda, wir essen etwas an einer der Buden, trinken Wein und treffen dabei auch noch auf Bekannte von ihr, die sich zu uns setzen. Später suchen wir zusammen noch eine ziemlich volle Bar auf.
Es ist 2 Uhr morgens, als wir wieder zurückkehren und in unsere Betten fallen.
(über die Sitemap lassen sich die Tage gezielt aufrufen)






