Camino Deutschland (Tag 18)

 

Simmelsberg → Kloster Kreuzberg


 → 12 Kilometer
↑ 276 Meter

Sonntag, der 07.07.2013

 

Jakobsbrönn

Wie für Berghütten nicht unüblich, teilt sich die gesamte Etage die sanitären Anlagen. Da ich aber relativ früh aufstehe, begegne ich zunächst keinem der anderen Gäste. Auch an dem sehr reichhaltig gedeckten Frühstückstisch unten im Gastraum nehme ich als Erster Platz. Es gibt umfangreichen Aufschnitt, darunter Rührei mit Speck, eine Thermoskanne Kaffee und das Angebot, mehr zu bekommen, falls es nicht reichen sollte.
Kurz nach 10 Uhr trete ich die mit gut 12 km bisher kürzeste Etappe an – sofern ich denn im Kloster Kreuzberg ein Zimmer bekomme. Dementsprechend fühlt sich der heutige Tag ein wenig an wie Urlaub im Urlaub. Allerdings sorgen die teilweise doch recht deutlichen Steigungen dafür, dass ich wenigstens ein bisschen was zu tun habe.
Die immer wieder an mir vorbeiziehenden Autos, Motorräder und Busse lassen mich erahnen, dass es da oben auf dem Berg nicht ganz frei von Tourismus sein dürfte.
Und tatsächlich bekomme ich einen kleinen Kulturschock, als ich gegen 14 Uhr die historischen Mauern erreiche. Fahrzeuge und Menschen, wohin das Auge reicht. Vor allem die Gastronomie ist gut besucht, und die langen Schlangen am Tresen bestätigen die Beliebtheit des bereits gelobten Bieres.

Franziskaner Kloster Kreuzberg

Ein Zimmer bekomme ich überraschenderweise ohne Probleme, wenn man mal davon absieht, dass ich zunächst große Mühen hatte, die Rezeption überhaupt zu finden. Aber nachdem ich mich zwischen diversen Schlangen durchmanövriert und die Tür zum Empfang zumindest weit genug aufbekommen habe, um einzutreten, kann ich mich erfolgreich anmelden. Umso privilegierter fühle ich mich, als ich mit meinem frisch erworbenen Schlüssel einen privaten Bereich betreten und den Trubel hinter mir lassen kann. Damit nicht genug: Als Übernachtungsgast darf man, nachdem die Tagesgäste weg sind, noch eine Stunde die Gastronomie weiter nutzen.
Aber im Augenblick sind noch alle da, und ich sehe zu, dass ich das Treiben hinter mir lasse! Überraschenderweise braucht es dafür nicht viel: Da offenbar alle nur der Gastronomie wegen hier sind, sind gerade einmal ein paar Schritte einen kleinen Pfad den Berg hoch nötig, und ich bin nur noch von Vogelgezwitscher umgeben. Aber vor allem erreiche ich ein kleines Plateau, von dem aus man eine spektakuläre Aussicht in die umliegende Bergwelt hat.
Den Rest des Nachmittages lasse ich es, fast gezwungenermaßen, ruhig angehen.
Zufälligerweise verbringe ich hier heute auf dem Kreuzberg, grob geschätzt, mein Bergfest. Dementsprechend schreibe ich eine kleine Halbzeit-Mail an meinen Dunstkreis. Anschließend gibt es Spaghetti Bolognese und natürlich ein großes Klosterbier – und später auch noch ein zweites. Zwischendurch gehe ich immer mal wieder den kurzen Weg zum Aussichtspunkt hoch und genieße das Panorama.
Da hier um 22 Uhr Bettruhe ist, bin ich dementsprechend rechtzeitig auf meinem Zimmer und beende diesen relaxten Tag.

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