Undeloh → Soltau
→ 35,6 Kilometer
↑ 84 Meter
Samstag, der 22.06.2013
Die Nacht war nicht wirklich optimal. Zum einen war das Zimmer ziemlich warm, und ich konnte daran nichts ändern. Zudem hatte ich leichte Kopfschmerzen, vermutlich als Nachwirkung einer Augenmigräne, die sich bereits am Vorabend angekündigt hatte. Trotzdem fühle ich mich einigermaßen erholt und starte kurz nach 9 Uhr in den Tag.
Als Erstes steuere ich Hittfeld und dort wiederum eine Bäckerei an, um erst einmal ausgiebig zu frühstücken.
Bald darauf führt mich ein langer, gerader Wirtschaftsweg durch die von Landwirtschaft geprägte Gegend. Generell wird meine Motivation aktuell auf eine harte Probe gestellt. Obwohl ich bereits zig Kilometer hinter mir habe, geben einem HH-Kennzeichen und Bushaltestellen des Hamburger Verkehrsverbundes nicht gerade das Gefühl, schon deutlich vorangekommen zu sein.
Zumindest hat sich die anfänglich dichte Wolkendecke inzwischen gelichtet, und die Sonne lässt sich wieder blicken! Nach rund 20 Kilometern wird die monotone Landschaft endlich unterbrochen: Ich erreiche auf Höhe von Jesteburg ein Gasthaus (→ SV) – perfekt für eine Pause, denn es ist mittlerweile 13:30 Uhr.
Ich beschließe, dort auch etwas zu essen, und bestelle Tagliatelle mit Pesto. Da das Pesto aus ist, bekomme ich stattdessen ein Upgrade auf eine Pilzsoße – keine schlechte Alternative! Der Kellner bemerkt meinen Rucksack und erzählt mir, dass eine Bekannte von ihm gerade den Jakobsweg wandert. Ich erkläre ihm, dass ich dasselbe tue, nur eben direkt vor seiner Haustür. Dass sein Arbeitsplatz am Camino liegt, war ihm bis dahin gar nicht bewusst.
Während ich draußen noch einen Cappuccino genieße, zieht sich der Himmel wieder bedrohlich zu. Und gerade, als ich zum Zahlen hineingehe, ergießt sich draußen ein kräftiger Schauer, der aber bei meinem Verlassen des Gebäudes auch direkt wieder aufhört.
Bald tauche ich wieder in Wälder und Heidelandschaften ein und komme bis Undeloh an wirklich gar nichts mehr vorbei!
Gleich hinter dem Ortseingang erreiche ich das erste Hotel (→ SV). Weil das aber einen relativ hochpreisigen Eindruck macht, schaue ich mich noch ein wenig um. Der ganze Ort scheint tatsächlich fast ausschließlich aus Pensionen, Hotels und Restaurants zu bestehen. Was hier jedoch fehlt: ein Supermarkt. Das verrät mir “Around Me”. Dafür entdecke ich über die App, dass das erste Hotel überraschend erschwinglich ist: Ein Zimmer inklusive Frühstück gibt es schon für 40 €.
Kurze Zeit später werde ich von der freundlichen Dame an der Rezeption zu einem Zimmer im Nachbargebäude begleitet – während draußen ein weiterer heftiger Regenschauer niedergeht.
Nachdem ich mich kurz eingerichtet habe, begebe ich mich noch einmal zurück ins Restaurant im Hauptgebäude und gönne mir ein Schnitzel, begleitet von zwei wohlverdienten Bieren.
Der Rückweg zu meinem Zimmer zieht sich etwas! Die über 70 km von gestern und heute stecken mir doch ganz schön in den Knochen! Und so ist es noch nicht einmal 21 Uhr, als bei mir nicht nur das Zimmerlicht ausgeht.
(über die Sitemap lassen sich die Tage gezielt aufrufen)








